Wartung Getriebewelle im LT77 / Verteilergetriebe

Ergänzungen zum Bericht von Uwe Stichnothe

 

„Aufgeschreckt“ von Uwes Bericht habe ich mich daran gemacht die fragliche Welle schmieren zu wollen. Der Wartungsdeckel (Abb. 1) ging noch ganz gut ab –  6 Schrauben mit 13er Nuss lösen. Im vorliegenden Fall waren sie zur Sicherung eingeklebt. Der Deckel war zwar mit reichlich Silikon eingepasst, aber mit einem dünnen Messer konnte der Deckel leicht abgehebelt werden.

 

Abb. 1: Wartungsdeckel am Verteilergetriebe.         Abb. 2: Haltering für Welle im Verteilergetriebe nach Abnahme des Wartungsdeckels.

 

Der Haltering in dem das Lager der zu schmierenden Welle sitzt, wird zusätzlich noch von zwei Senkkopfschrauben M8 gehalten (Abb. 2). Normalerweise sind das Kreuzschlitzschrauben. Irgendwann war aber an meinem Getriebe schon mal jemand dran und hat diese Schrauben gegen welche mit 5er Inbus ausgetauscht. Da sie ebenfalls verklebt waren, hatte ich keine Chance – die waren schnell rund, ohne dass sich die Schraube auch nur bewegt hätte. Bei eingebautem Getriebe ist wenig Platz einen kleinen Meißel anzusetzen. Zudem besteht die Gefahr sich das Gehäuse zu beschädigen. Ich habe die Schrauben aufgebohrt (Abb. 3) und per Hammer einen T-30 Bit eingeschlagen. Danach konnte ich die Ratsche ansetzen und endlich die ersehnte Schraube rausdrehen (Abb. 4). Ebenfalls mit einem dünnen Messer konnte der Ring dann vom Gehäuse abgehebelt werden. Der sitzt nicht nur platt auf, sondern reicht mit einem konischen Ring, in dem der Lagerring sitzt, in das Getriebegehäuse hinein.

 

 

Abb. 3: Aufbohren 5er Inbusschraube.                                    Abb. 4: Schraube mit eingeschlagenem
T-30-Bit.

 

Die Zahnradwelle ließ sich etwas „zäh“ von der Eingangswelle abziehen. Die Abbildungen  5 und 6 zeigen wofür die ganze Aktion gut ist. In meinem Getriebe hatte jemand Kupferpaste zum Schmieren genutzt und das sah tatsächlich aus wie „Erde“. 

 

Abb. 5: Altes Fett im Inneren der Zahnrad-             Abb. 6: Altes Fett im Inneren der Zahnradwelle von der Seite des Wartungsdeckels aus.                                             welle von der Seite zum Schaltgetriebe.

 

Mit Aceton wurde die Welle innen und die Eingangswelle außen gereinigt. Zusätzlich wurden mit einer Zahnbürste und einem dünnen Schraubendreher die „Züge“ gereinigt (Abb. 7).

 

Abb. 7: gereinigte Welle innen.

 

 

In den Zügen war das Fett richtig festgebacken. MoS2-Fett wurde dann deckend in die Felder geschmiert und die Welle einige Male hin und her geschoben, bis eine gleichmäßige Verteilung erreicht war. Da war dann doch ein deutlicher Unterschied im Vergleich zum Ausbau  der Welle zu bemerken. Reinigung der Dichtflächen erfolgte mit einem Glasschaber und Aceton. Zum Abdichten werden zwei Papierdichtungen benötigt, die ich zusätzlich mit Dichtmasse bestrichen habe. Die Kreuzschlitzschrauben habe ich so fest es ging mit der Hand angezogen. Die Schrauben im Wartungsdeckel mit 25-28 Nm.

 

UTeileU: 2 x Dichtung FRC5413; 2 Kreuzschlitzschrauben SF108251L

UKostenU: außer reichlich Nerven ca. 8.- € für Schrauben, Dichtungen, Dichtmasse.

UDauerU: ca. 2 Stunden

 

 

Bericht: Thomas Schröder alias Anoplophora